Abel, Karl (1897 - 1971)
Geboren am 10. Februar 1897 in Obernkirchen/Wesergebirge, gelernter Schuhmacher.1916 bis 1919 Soldat. Danach Wanderschaft,seit 1921 Bergarbeiter. Abel trat 1914 derGewerkschaft, 1916 der Sozialistischen Jugendund 1921 der KPD bei. Von 1924 bis 1932 warer Abgeordneter im Preußischen Landtag. 1926von seinem Betrieb Preußag entlassen; er wurdehauptamtlicher Funktionär. Bei den Auseinandersetzungenmit der ultralinken Katz-Gruppewurde Abel, der immer die Parteilinie vertrat,1925 Gauleiter des RFB Niedersachsen. 1927zunächst Leiter der Arbeiterbuchhandlung inHannover, dann Sekretär für Gewerkschaftsfragen.Anfang 1929 Orgleiter in der KPD-BLNiedersachsen. Im gleichen Jahr schloß ihn dieGewerkschaft wegen der RGO-Politik aus demBergarbeiterverband aus. In den letzten Jahrender Weimarer Republik trat er in der KPD etwas in den Hintergrund.1933/34 Festungshaft, anschließend ließ er sichals orthopädischer Schuhmacher nieder. Wegen seiner kommunistischen Vergangenheit und Verbindung zu Widerstandskreisen kam er 1938 ins KZ Sachsenhausen. 1940 freigelassen und Soldat,jedoch 1944 nochmals inhaftiert und 1945aus dem KZ Sachsenhausen befreit. Er schloßsich wieder der KPD an und zog als Abgeordneterin den Landtag von Niedersachsen ein. VonNovember 1946 bis Mai 1947 war Abel Ministerfür Volksgesundheit und Staatswohlfahrt inNiedersachsen, anschließend bis Februar 1948Staatsminister ohne Geschäftsbereich. Nach seinemRücktritt wieder Schuhmachermeister undSchuhhändler. Er wohnte in Obernkirchen,betätigte sich politisch für die Vereinigung fürFrieden und Sicherheit (VFS) und war Vorsitzenderder VVN in Niedersachsen. Karl Abel starb am 28. April 1971.

Biografien / Adam, Wilhelm