Herausgegeben von Gerd-Rüdiger Stephan, Andreas Herbst, Christine Krauss, Daniel Küchenmeister, Detlef Nakath



Gebundene Ausgabe - 1487 Seiten - Dietz, Berlin
Erscheinungsdatum: April 2002
ISBN: 3320019880



Als Autoren sind (neben den Hrsg.) u. a. beteiligt: Leonore Ansorg, Gerd Dietrich, Jürgen Frölich, Detlef Hansel, Paul Heider, Siegfried Heimann, Michael Herms, Karl-Heinz Gräfe, Thomas Klein, Thomas Koch, Heiko Kosel, Sieghard Kosel, Siegfried Kuntsche, Johannes L. Kuppe, Ernst-Günter Lattka, Andreas Malycha, Bernhard Meyer, Monika Nakath, Christel Nehrig, Gero Neugebauer, Wilfriede Otto, Lutz Prieß, Michael Richter, Eva Rohmann, Kurt Schneider, Volkmar Schöneburg, Ursula Schröter, Matthias Wagner, Michael Walter, Stefan Werum, Jürgen Winkler (†).
Verlagstext Dietz-Verlag Berlin:
In der DDR gab es eine Vielzahl von gesellschaftlich bzw. politisch tätigen Organisationen und ein spezifisches Parteiensystem, positioniert insbesondere im »Demokratischen Block« und in der »Nationalen Front«. Diese Formen änderten jedoch nichts an der im Artikel 1 der DDR-Verfassung auch förmlich festgeschriebenen »führenden Rolle der marxistisch-leninistischen Partei« – der SED. Die übrigen Parteien und Organisationen in der DDR besaßen lediglich ein eingeschränktes Mitspracherecht, vor allem in den sie direkt betreffenden Fragen, welches sie in den einzelnen
Entwicklungsphasen der DDR-Geschichte mehr oder weniger stark nutzten. Dennoch existierte ein organisatorisches Eigenleben; durch eigene Satzungen und Programme, durch die speziellen Aufgaben und Interessenvertretungen, durch die individuelle Arbeit von hunderttausenden Mitgliedern. Viele der in den Parteien und Organisationen wirkenden Menschen engagierten sich aktiv – zumeist um ihre geringen Einflußmöglichkeiten und Handlungsspielräume wissend.
Die zeitgeschichtliche Forschung hat sehr viel Material über einzelne Politikfelder in der DDR, Fragen der Organisation und Ausübung der politischen Macht durch die SED vorgelegt. Die Rolle der Blockparteien, von Massenorganisationen und weiteren Organisationen sowie ihr strukturelles Zusammenwirken blieben indes unterbelichtet.


- Beispiele -

Angermann, Erich (* 21. 1. 1911 - † 2. 11. 1968)



Geb. in Lichtenberg/Kr. Bischofswerda als Sohn einer Arbeiterfamilie, Volks- und Berufsschule, Lehre und Arbeit als Zimmermann, 1935 durch Verkehrsunfall berufsuntauglich, 1937-1945 als Schwerbeschädigter in der Dresdener Tuchfabrik tätig; 1925 Mitgl. des Deutschen Baugewerksbund; 1926 Mitgl. des RFB und des Arbeiter Turn- und Sportbundes, 1929 Mitgl. der KPD; nach 1933 illeg. Arbeit, zeitw. inhaftiert; 1945-1948 Arbeitsgebietsleiter der KPD/SED in Großröhrsdorf, 1948/49 Sekr. des FDGB-KV Kamenz, 1949-1952 Kaderleiter bzw. Betriebsleiter VEAB Kr. Kamenz, 1952-1959 Kaderleiter VEB Granitwerke Häslich/Bischheim-Görsdorf; zeitw. Mitgl. der SED-KL Ka­menz; 1959 Mit­begr. des VKSK, 1959-1968 1. Sekr. des ZV des VKSK.

Baumgardt, Willi (* 5. 8. 1921)



Geb. in Tilsit als Sohn einer Arbeiterfamilie, Volksschule, landw. Gehilfe in Ostpreussen; 1938/39 RAD, 1940-1945 Wehrmacht, 1945-1949 sowj. Kriegsgefangenschaft und Besuch der Antifagebietsschule; 1949 Rückehr nach Deutschland; 1949/50 Hilfselektriker; 1950 Eintritt in die DVP, 1950/51 Politstellv. VP-Bereitschaften; 1951 Mitgl. der SED;1951/52 Jugendgehilfe bei der Politabt. beim Präsidium der Volkspolizei; 1952/53 Kursant an der Politschule der HVDVP in Weimar; 1953-1956 Politstellv. Berliner-VP-Bereitschaften, 1956-1959 Politstellv. in den VP-Inspektionen in Berlin-Weissensee und Berlin.-Treptow; 1959/60 Kursant am Militärinstitut „Feliks Dzierzynski“ in Moskau; 1960-1972 politischer MA der Abt. Sicherheit des ZK der SED; 1964/65 Studium an der PHS sowie 1968/70 an der Militärakademie „Friedrich Engels“ Dipl.-Gesellschaftswissenschaftler; 1972-1981 Stellv. des Vors. des GST-ZV für Allgemeine Vormilitärische Ausbildung, zuletzt Oberst.



Blech, Ursula (* 25. 11. 1930)



Geb. in Dresden als Ursula Haack, Tochter eines Angestellten, Volksschule, 1947-1949 Weberin in Zittau; 1946 Mitgl. der FDJ und der SED; 1949/50 Kreisjugend­sekr. des FDGB in Zittau; 1950-1952 MA im FDJ-LV Sachsen; 1952-1954 Kaderleiterin Rat der Stadt Bautzen; 1954-1958 Vors. des DFD-KV Bautzen; 1958-1961 Studium an der PHS, Diplom-Gesellschaftswissenschaftlerin; 1961-1966 Vors. des DFD-KV Dresden-Stadt; 1966-1972 Sekr. des DFD-BV Dresden; 1972-1974 politische MA im DFD-Bundesvorstand; 1975-1982 Mitgl. des Präs. des DFD-Bundesvorstands, 1974-1982 Sekr. für Agitation und Propaganda des DFD-Bundesvorstands; 1974-1982 Mitgl. des Natio­nalrats der Nationalen Front; 1982-1990 MA im Min. für Gesund­heits­wesen.



Blecha, Johanna (* 28. 1. 1916 - † 22. 3. 2000)



Geb. in Breslau als Johanna Kutzerra, Tochter eines Schneiders, Volks- und Mittelschule, kaufm. Lehre und Arbeit als Bürobotin, 1934-1945 Sekretärin und Stenotypistin im elterlichen Geschäft, Landmaschinengroßhandel "Weide" Breslau bzw. der "Siemens-Bau-Union" in Pillau., Graudenz und Brombergt; 1945-1947 Dienststellenleiterin des Jugendamtes Schwerin; 1945 Mitgl. der KPD, 1946 der SED; 1947-1949 Leiterin der HA Umsiedlung in der Landesreg. Mecklenburg; 1949-1953 OB von Schwe­rin; 1950-1952 Vors. des DSF-LV Mecklenburg; 1950-1953 Fernstudium an der PHS; 1952/53 Vors. des DSF-BV Schwerin; 1953-1960 Sekr. des Magistrats, Stellv. des OB und Stadrätin für Kultur, Volksbildung und Sport in Berlin/­DDR; ab 1. 7. 1960 zunächst polit. MA, ab 1. 12. 1960-1977 Sekr. für Kultur und Erziehung des DFD-Bundesvorstands, 1960-1982 Mitgl. des Präs. des DFD-Bundesvorstands.



Roemisch, Sepp (* 20. 8. 1923 – 12.9.1960)



Geb. in Zwickau als Sohn eines Metallarbeiters, Volks- und Berufsschule, 1930 Mitgl. der Roten Jungpioniere des KJVD, Lehre und Arbeit als Schildermaler, Maler und Lackierer, 1942 Wehrmacht, 1943 Lazarettaufenthalt, 1944/45 Umschüler, Chemigraph in Zwickau; 1945-1947 Agit.-Prop.-Leiter bzw. Stadtjugendleiter des Antifa-Ausschusses in Zwickau, 1945 Mitgl. der KPD, 1946 der SED; 1947 Bezirksinstrukteur der FDJ-Landesleitung Sachsen, 1947/48 Jugendreferent beim Rat der Stadt Zwickau, 1948/49 Sekr. für Kultur und Erziehung des FDJ-LV Sachsen; 1949/50 Studium an der PHS; 1951 Sekr. des FDJ-ZR, 1952/53 Vertreter beim ISB, 1953-1955 erneut Sekr. des FDJ-ZR, verantw. für Studenten­fra­gen, 1954 Mitgl. des Präs. der Deutschen Liga für die UN; später Sekr. der SED-BPO im VEB Sachsenring Zwickau.





Sandtner, Hanna (* 26. 8. 1900 - † 26. 2. 1958)



Geb. in München als Hanna Ritter, Tochter eines Chauffeurs, Volksschule, kaufm. Lehre, Kartonagenarbeiterin und Kontoristin in den bayerischen Flugzeugwerken; 1917/18 Mitgl. des Spartakusbund, 1918 der KPD; 1919 wg. Beteiligung an der bayerischen Räterepublik zu 6 Monaten Festungshaft verurteilt; 1921-1923 wg. "Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz" (Beteiligung am mitteldeutschen Aufstand) zu 1 1/2 Jahren ZH, Haft im Frauenzuchthaus in Aichach; 1921 Polit.-Leiterin der KPD in München; 1923 Übersiedlung nach Berlin; Stenotypistin und Korrespondentin in der Handelsvertretung der UdSSR; ab 1931 Frauenleiterin der KPD-BL Berlin-Brandenburg, und Leiterin des Unterbezirks Berlin-Moabit; 1929-1933 Abg. der BVV Berlin-Wedding und Stadtverordnete, 1931/32 MdR; ab Febr. 1933 illeg. Arbeit, 1934 Emigr. in die UdSSR, Kursantin an der Internationalen Leninschule in Moskau; ab Dez. 1934 illeg. Arbeit in Österreich, 1935 in Wien verhaftet, 2 1/2 Jahre Haft wg. illeg. Arbeit, Juli 1936 Amnestie, 1937 Ausreise in die CSR, 1939 Flucht nach Polen, später Emigr. nach Norwegen, 1940 nach Schweden, Mitgl. der KPD-Emigrationsleitung sowie Mitgl. der "Freien deutschen Gewerkschaften"; März 1946 Rückkehr nach Deutschland, Mitgl. der SED; 1946/47 Referentin in der Abt. Arbeit und Sozialfürsorge im ZS des SED-PV; 1947/48 Geschäftsf.in des ZA der VS; 1949/50 VP-Kommandeur, Instrukteurin und Leiterin der Pressestelle beim Polizeipräsidium in Berlin/DDR; 1950 Abberufung wg. "Westemigration"; 1951-1954 Leiterin der FS des VEB Textil-Mode in Berlin-Friedrichshain; 1957/58 Red. des Betriebsfunks des VEB "Goldpunkt" Berlin/DDR.



Schnitzler, Hans (* 18. 2. 1908 - † 16. 11. 1985)



Geb. in Rom als Sohn des königl.-preuß. Legationsrats Eduard v. Schnitzler, Volksschule und Gymnasium, 1926 Abitur, 1926-1928 Jurastudium an der Univ. Bonn, 1929/30 an der Univ. Göttingen; wg. fehlender materieller Unterstützung (Bruch mit der Familie) Abbruch des Studium; 1930/31 kaufm. Angest., 1932-1934 Volontär bei der "Concordia-Versicherungs A.G."; 1934 Korrespondent bei der "Deutschen Dunlop A. G."; 1934-1936 Mitinhaber der Firma "Filmspedition"; 1937-1941 Angest. bei der "Deutschen Gasolin AG" bzw. AL für Treibgasentwicklung im "Zentralbüro der Mineralöl GmbH" in Frankfurt/M.; ab 1932 Mitgl. der KPD, Angeh. des Nachrichtendienstes der KPD; ab 1933 ille­g. Arbeit u. a. mit Grete Wittkowski, 1933/34 zeitw. inhaftiert; 1942-1945 Wehr­macht, antifaschistische Arbeit innerhalb der Wehrmacht u. a. mit Berthold Rose; 1945-1949 sowj. Kriegsgefan­genschaft, Antifaleiter; 1949 Rückkehr nach Deutschland, stellv. Chefred. des "Bauern-Echo" und Lektor an der DBD-Zentral­schule; 1950-1955 Leiter der Abt. Schulung und Werbung sowie Sekr. und Mitgl. des DBD-PV, 1955-1963 Mitgl. des Präs. des DBD-PV; 1950-1963 MdV; 1954-1963 Mitgl. des Büros des Präs. des Nationalrats der Nationalen Front; 1963/64 Red. am AdL-Institut für Information und Dokumentation; 1964/65 Stadtbezirksrat für Kultur und Stellv. des Bezirksbürgermeisters von Berlin-Weißensee.



Straub, Gisela (* 30. 4. 1920)



Geb. in Gera als Tochter einer Lehrerfamilie, Volks- und Oberschule, 1936/37 Schülerin an der Frauenschule Gera, 1937 Arbeitsmaid, 1937 -1939 Studium am Institut für Leibesübungen Jena und an der Frauenbildungsanstalt Weimar, 1939-1945 Lehrerin an der Grundschule Zwöten/Gera; 1945-1949 Lehrerin an der Lutherschule in Gera; 1946 Mitgl. der SED; 1949-1951 Schulleiterin der Neulandschule in Gera; 1951-1956 Studium und anschl. Lehrerin an der Zentralschule der SED in Erfurt; 1958/59 Sekr. der BL der Pionierorganisation Magdeburg (verantwortlich für Pionierarbeit), 1959-1964 Sekr. der ZL der "Jungen Pioniere"; Fernstudium an der PHS, Dipl.-Gesellschaftswissenschaftlerin; 1964-1975 Mitgl. des Präs. des DFD-Bundesvorstandes, 1964-1974 Sekr. des DFD-Bundesvorstandes; 1974-1980 Lehrerin an der BPS der SED-BL Berlin.



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