Unstrittig ist, dass die Kommunisten als erste von der Hitler-Regierung unterdrückt wurden. Nicht wenige kommunistische Funktionäre erhofften sich jedoch, aus einer vorübergehenden Regierung der „Hitler-Faschisten“ heraus direkt eine revolutionäre Situation entfachen zu können. Trotz der heraufziehenden Gefahr des Nationalsozialismus hatte die KPD vor allem nach 1929 die SPD — von ihnen „Sozialfaschisten“ genannt — als Hauptfeind bekämpft [1] . Die von ihr seit 1932 verfolgte Linie der „Einheitsfront von unten“ warb um die Mitglieder sozialdemokratischer und gewerkschaftlicher Organisationen und richtete sich mit der von der Mehrheit der ZK-Mitglieder vertretenen These vom „Sozialfaschismus“ scharf gegen die Führung der Sozialdemokratie und des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB). Die SPD wurde als soziale Hauptstütze der Bourgeoisie und als Hauptfeind auf dem Weg zur proletarischen Revolution gesehen.

Noch am 30. Januar 1933 rief die KPD zum Generalstreik auf [2] . Da von 300 000 KPD-Mitgliedern etwa 250 000 arbeitslos waren, konnte mit diesem Streikaufruf so gut wie keine Wirkung in den Betrieben erzielt werden. Dabei ließ es die KPD-Führung auch am 30. Januar so gut wie an allem fehlen, um ihrem Einheitsfrontangebot Geltung zu verschaffen. Sie machte ihr Angebot in einem Aufruf, unterließ es aber, öffentlich von ADGB und SPD Spitzenverhandlungen zu verlangen. ADGB- und SPD-Führung beharrten ihrerseits auf strikt legalem Vorgehen, obwohl durchaus eine hohe Kampfbereitschaft in den Betrieben vorhanden war. Noch wirkte die Sozialfaschismusthese, nach der die Sozialdemokratie der „Linke Flügel des Faschismus“ war. Die von Stalin 1924 aufgestellte These „Die Sozialdemokratie ist objektiv der gemäßigte Flügel des Faschismus“ und seine Behauptung „Faschismus und Sozialdemokratie sind keine Antipoden, sondern Zwillingsbrüder“ gehörten zum eisernen Bestand der kommunistischen Glaubenslehre. Neben dem Sozialfaschismus existierte für die KPD in der Weimarer Republik z. B. noch der „Zentrums-“ oder „Brüningfaschismus“ und der „Papen-Faschismus“. Somit war nach dieser These der Nationalsozialismus nur eine weitere Spielart eines bereits existierenden „faschistischen“ Systems. Die von dem KPD-Spitzenfunktionär Heinz Neumann 1930 ausgegebene Parole „Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!“ war für viele Kommunisten griffig und bedeutete zugleich einen verschärften Kampf gegen die „Sozialfaschisten“ (d. h. die Sozialdemokraten), besonders aber gegen alle innerparteilichen Abweichungen. 1932 wurde diese Parole als „sektiererisch“ verworfen, Neumann Anfang April 1932 aus der Führung der KPD abgezogen und nach Moskau kommandiert, wo er im November 1937 erschossen wurde [3] .

Die Geschichte des kommunistischen Widerstandes in Deutschland war keine kontinuierliche Erfolgsgeschichte, sondern eine Politik der Irrtümer und Fehler, die gelegentlich sogar Verbrechen duldete und unterstützte. Dies wurde in der Geschichtsschreibung der DDR lange Zeit verschwiegen. An dem Dogma von der einzig führenden Rolle der KPD im Widerstandskampf sowie der einheitliche Leitung durch das ZK der KPD wurde prinzipiell nicht gerüttelt. In den 1974 einge­richteten Be­zirks- und Kreis­komi­tees bemühten sich zwar ehe­malige Wi­der­stands­kämp­fer gemeinsam mit Päd­agogen und Wis­sen­schaft­lern – über eine ri­tualisier­te Tra­dierung des Erbes hinaus­gehend – um eine für nach­wachs­ende Gene­rationen erlebbare Vertie­fung des The­mas vor allem auf lokaler Ebene, es fehlte jedoch weiterhin die Auseinandersetzung mit jahrzehn­telang verschwiegenen The­men. Nachfragen über das Schicksal von in die Sowjetunion emigrierten deutschen Kommunisten blie­ben ergeb­nislos und wurden nie offiziell behandelt [4] . Selbstkritisch äußerten nach der Wende 1989 einige DDR-Historiker: „Wenn es einen Bereich der Geschichtsschreibung gab, der politisch überaus instrumentalisiert wurde, der gleichsam ein Akt der Selbstlegitimierung der politischen Führung dieses Landes war, mit allen Tabuzonen des eigenen Ego, dann war es im allgemeinen die Geschichte der KPD und im besonderen die ihres Widerstandes im Dritten Reich.“ [5]

Ende der achtziger Jahre benannte Hermann Weber [6] , der Nestor der deutschen Kommunismusforschung, mehrere Probleme des kommunistischen Widerstands. Darf der kommunistische Widerstand gegen die Hitler-Diktatur überhaupt als legitimer Teil des deutschen Widerstandes gelten, da die KPD selbst eine Partei war, die die Weimarer Demokratie bekämpfte? Waren die Kommunisten tatsächlich die führende Kraft im Widerstand und haben sie ununterbrochen von 1933 bis 1945 organisiert gekämpft? Was waren die kommunistischen Einheitsfront-Angebote, insbesondere der SPD gegenüber wert? Zielten sie nicht mehr auf Dominanz als auf Partnerschaft ab [7] ?

Die möglichen Antworten werden in der Geschichte des kommunistischen Widerstandes zwischen 1933 und 1945 deutlich. Nachdem am 2. Februar 1933 das Karl-Liebknecht-Haus besetzt wurde, errichtete die KPD Quartiere im Untergrund und nahm illegale Druckereien in Betrieb. Der staatlich organisierte Terror des NS-Regimes richtete sich zunächst gegen die KPD. Die Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei war Grund, Personen in „Schutzhaft“ zu nehmen. Die Kommunisten wurden von den Nationalsozialisten als der politische Urfeind angesehen und wurden unabhängig von jeder illegalen Tätigkeit verfolgt. Am 5. März erschien die KPD noch auf den Wahlzetteln zur Reichstagswahl und zum Preußischen Landtag. Eine Woche später kandidierten Kommunisten zu den Provinziallandtagswahlen in Preußen und zur Stadtverordnetenwahl von Berlin. Trotz Terrors erzielte die KPD am 5. März 1933 4,8 Millionen Stimmen und kam auf 81 Mandate, die ihnen am 9. März aberkannt wurden. Nach vorbereiteten Listen nahmen Polizei-, SA- und SS-Kommandos während der Tage und Wochen nach dem Reichstagsbrand Tausende Funktionäre und aktive KPD-Mitglieder fest. Alte Rechnungen wurden blutig beglichen, gezielte Denunziationen aus der Bevölkerung, die sich massenhaft dem NS-Regime zuwandte, spielten dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Der Machtantritt Hitlers im Januar 1933 und der verstärkt einsetzende Terror nach dem Reichstagsbrand waren für die deutschen Kommunisten eine Katastrophe. Auch wenn im Sommer 1932 die KPD-Führung Schritte zur Reorganisierung im Hinblick auf die Illegalität einleitete, im Dezember 1932 die 28 Parteibezirke in acht Oberbezirke einteilte, von denen jeder durch einen vom Zentralkomitee ernannten Regionalinstrukteur kontrolliert werden sollte, wirkten sich die Polizeiaktionen besonders verheerend aus. Die Ursache lag darin, dass die KPD mit ihrem zentralistischen Organisationsaufbau und ihrer Leitung durch hauptamtliche Funktionäre als Großorganisation besonders verwundbar war. Die größten Verluste durch Massenfestnahmen gab es zunächst bei den Unterbezirks-, Stadt-, Kreis- und Bereichsleitern. 24 Mitglieder des 1929 gewählten Zentralkomitees wurden per Haftbefehl gesucht. Von den fünfzehn Mitgliedern und Kandidaten des Politbüros entkamen, bis auf Wilhelm Kasper [8] und Ernst Thälmann, der am 3. März 1933 in die Hände der Polizei geriet, zunächst alle der Verhaftung [9] . Da der Apparat seit 1931 geheime Quartiere und Kontakte (I-Apparat bzw. Abteilung „Iffland“, später „Iduna“) für hauptamtliche Parteifunktionäre vorbereitet und alternative Druckmöglichkeiten sowohl in Deutschland als auch im Ausland eingerichtet hatte, gelang es vielen Spitzenfunktionären des ZK und Bezirksfunktionären unterzutauchen. In Städten oder Bezirken, die sie nicht kannten und wo sie der Polizei selbst unbekannt waren, gelang es ihnen zunächst der Festnahme zu entgehen. Bis Frühsommer 1933 verhafteten Polizei und SA jedoch Hunderte von Führungskadern.

Der hierarchische Aufbau der KPD, der auch noch in den ersten Monaten der Illegalität beibehalten wurde, machte die Strukturen für die Gestapo allerdings leicht durchschaubar und erlaubte es ihr, ganze Parteiorganisationen aufzurollen. Hinzu kam das Spitzel- und V-Leute-System [10] . Anfang Juni 1933 waren von 22 Bezirksleitungen allein 17 verhaftet worden. Die Leiter der militärpolitischen Abteilungen der Bezirke Wasserkante (Hamburg) Friedrich Lux, Ostpreußen (Königsberg) Ernst Jordan und Bayern-Süd (München) Alfred Fruth starben in den Folterkellern der SA oder wurden auf offener Straße erschlagen. Besonders bedrückend waren regionale Massenfestnahmen von Spitzenfunktionären in Ostpreußen, Pommern, Berlin und Brandenburg, die u. a. auch von dem Verrat ehemals leitender Bezirksfunktionäre wie Werner Krauss, und Helmut (August) Laß herrührten [11] . Dies führte zur Lähmung der unteren Organisationsebene, aber noch besaß die KPD viele Anhänger, die nicht vor der NSDAP kapitulieren wollten. Nach dem Schock, den die kampflose Niederlage ausgelöst hatte, bildeten sich in zahlreichen Orten schnell illegale Widerstandsgruppen und es gelang den Kommunisten relativ rasch, wieder eine zentrale Leitung mit Verbindung zu den Bezirken aufzubauen. Dies war weitgehend eine unmittelbare Fortführung der Organisationsstruktur aus der Weimarer Zeit auf Betriebsebene. So übernahm z. B. Lambert Horn, einst Polleiter (d. h. Politischer Leiter) des Bezirks Niederrhein, den Bezirk Berlin-Brandenburg, Erich Glückauf, Chefredakteur der „Freiheit“, wurde Nachfolger Horns in Düsseldorf [12] .

Die Wirklichkeit des Widerstandes war profan. Einerseits ging es darum, die durch Verhaftungen aufgerissenen Lücken zu schließen, ohne ein zu großes Risiko einzugehen. Andererseits galt es, unter welchen Umständen auch immer, das Gesicht der Partei („Die KPD lebt“) zu zeigen. Der Kampf gegen die Nationalsozialisten wurde mit Flugblättern und Kleinzeitungen, Streuzetteln und Broschüren geführt, die zunächst heimlich in Deutschland hergestellt, dann in zunehmendem Maße im Ausland gedruckt und unter großen Gefahren eingeschmuggelt und verteilt wurden [13] . Die Kommunisten erhofften sich davon zweifache Wirkung: Zum einen sollte die kommunistische Sicht auf die politische Situation geschildert und das Selbstbewusstsein in den eigenen Reihen gestärkt werden, zum anderen sollten mit Informationen etwa über die Verbrechen in den Konzentrationslagern den Deutschen die Augen geöffnet und sie für den kommunistischen Widerstand gewonnen werden [14] .

Die Balance zwischen sensationellen Coups wie Kurzdemonstrationen, Malaktionen an hohen Fabrikschornsteinen und Wandinschriften sowie der geduldigen systematischen Arbeit (Zahlung, Kassierung und Weiterleitung der monatlichen Beiträge) unter den gelähmten Anhängern war nicht leicht zu finden [15] . Es war zudem äußerst schwierig, über längere Zeit ein verdecktes Kurier- und Treffsystem aufrechtzuerhalten, da der Gestapo immer wieder Einbrüche in gerade aufgebaute Widerstandsgruppen gelangen. Die Führungspositionen der illegalen KPD mussten immer rascher neu besetzt werden [16] . Im Mai 1933 emigrierte ein Teil des Politbüros (Wilhelm Pieck, Franz Dahlem und Wilhelm Florin) nach Paris und bildete dort die Auslandsleitung, während sich die Politbüromitglieder John Schehr, Hermann Schubert, Fritz Schulte und Walter Ulbricht noch in Berlin aufhielten. Nach der Verhaftung Thälmanns leitete Schehr, früheren Festlegungen entsprechend und vom Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI) gebilligt, bis zu seiner Verhaftung Anfang November 1933 die Partei, was ihm aber Hermann Schubert, unterstützt von Walter Ulbricht, streitig zu machen versuchte. Im Herbst siedelte das gesamte Politbüro in die französische Hauptstadt über und wirkte wieder zusammen, wobei Pieck, Jahrgang 1876, als mit Abstand Ältester in der Regel die Sitzungen leitete, Florin aber faktisch gleichberechtigt neben ihm stand. Die Frage, wer nach der Verhaftung von Schehr als Vorsitzender der Partei zu wirken hatte, blieb bis Herbst 1935 offen. Dies verstärkte die Gegensätze in der Führung zwischen Pieck, Schubert und Florin. Eine Beratung der KPD-Führung mit der Politkommission des EKKI im Januar 1935, ergänzt durch eine veränderte Aufgabenverteilung im Politbüro, drängte die Gegensätze zwar zurück, doch schwelten sie weiter [17] .

In Berlin etablierte sich als Organ des Pariser Politbüros eine „Landesleitung“, die zunächst von Schehr, dann von Herbert Wehner und anschließend von Otto Wahls geführt wurde. Mit Hilfe von „Instrukteuren“ bemühte man sich, den Kontakt zur Auslandsleitung in Paris (ab Januar 1935 in Moskau) herzustellen und die Widerstandsaktivitäten der verschiedenen kommunistischen Basisgruppen im Reich zu koordinieren. Nach der Verhaftung der von John Schehr geführten Inlandsleitung mit den Bezirkssekretären Hans Fladung (Sachsen) und Lambert Horn (Berlin) im November 1933 verlagerte sich die Führung der KPD immer mehr ins Ausland. Ende 1933 versuchten Herbert Wehner und Wilhelm Kox die Verbindung zwischen Exil und Widerstandsarbeit im Reich aufrechtzuerhalten, Anfang 1934 stieß Philipp Daub dazu [18] . Dies erwies sich aber wegen der fehlenden Verbindungen, der andauernden Verhaftungen und rivalisierender Auffassungen zunehmend als unmöglich. Als Otto Wahls im April 1934 nach Berlin geschickt wurde, um die Führung der Landesleitung zu übernehmen, protestierten Daub, Kox und Wehner gegen diesen Eingriff „von oben“ und wurden daraufhin im Sommer 1934 ins Saarland gesandt [19] . An ihre Stelle traten Adolf Rembte und Paul Merker sowie Werner Eggerath, der Ende 1934 festgenommen wurde. Wahls und Merker ersetzte man im Frühjahr 1935 durch Robert Stamm und Max Maddalena. Stamm, der im Juli 1932 als Abgeordneter im Wahlkreis Weser-Ems in den Reichstag eingezogen war, auch im November 1932 und am 5. März 1933 gewählt wurde, hielt sich bis Ende März 1933 illegal als Polleiter in Bremen auf. Anfang April 1933 verließ er Bremen, ging nach Berlin, traf sich mit Walter Ulbricht und Hermann Schubert und wurde als ZK-Instrukteur für den Bezirk Hannover eingesetzt. Nach einigen Monaten abberufen, übernahm er nach einem Treffen mit Herbert Wehner die Leitung der illegalen Bezirksleitung (BL) Berlin-Brandenburg. Im Oktober 1934 reiste er nach Saarbrücken, anschließend nach Moskau und geriet hier in die Fraktions-Auseinandersetzungen im Politbüro. Er wurde beauftragt, zurück nach Berlin zu reisen, um die neue Linie der Einheitsfront im Parteibezirk Berlin-Brandenburg durchzusetzen. Am 3. März 1935 in Berlin eingetroffen, begann er mit Adolf Rembte, Max Maddalena, Käthe Lübeck und Walter Griesbach eine neue Inlandsleitung aufzubauen [20] . Er sollte am 28. März 1935 zur Berichterstattung nach Prag kommen, wurde jedoch einen Tag zuvor mit Maddalena, Rembte, Lübeck und Walter Griesbach festgenommen und grausam gefoltert. Am 4. Juni 1937 verurteilte ihn der Volksgerichtshof zum Tode, am 4. November 1937 wurde Robert Stamm in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Wegen der anhaltenden Verhaftungen übernahmen ab 1934 mehr und mehr Grenzstellen der KPD im benachbarten Ausland – so in Kopenhagen, Amsterdam, Saarlouis, Prag und Basel – die Anleitung des kommunistischen Widerstandes. Trotz Massenverhaftungen und brutalster Repressionsmethoden gelang es der Gestapo nicht, die fortwährende Neubildung kommunistischer Zellen im Reich zu unterbinden [21] .

Kommunistische Neben- und Vorfeldorganisationen wie der Kommunistische Jugendverband Deutschlands (KJVD), die Revolutionäre Gewerkschafts-Opposition (RGO), die „Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit“ und die Rote Hilfe Deutschlands (RHD) setzten entsprechend dem kommunistischen Konzept, möglichst auf allen Ebenen Widerstand gegen das NS-Regime zu leisten, ihre Arbeit fort. Die Rote Hilfe, eine in den zwanziger Jahre gegründete Organisation zur Unterstützung kommunistischer Häftlinge und ihrer Angehörigen, bemühte sich vor allem durch illegale Sammlungen von Geldern und Lebensmitteln, das Schicksal der Angehörigen zu lindern [22] . So gab es 1934 in München als „Rote Hilfe“ bezeichnete Gruppen, welche die Verteilung von aus der Schweiz stammenden Wäsche- und Lebensmittelpakten an Familien von Gefangenen organisierten. In Frankfurt am Main gab es eine Initiative für Hinterbliebene ermordeter Widerstandskämpfer und die Familien Inhaftierter. Auch Emigrationen wurden vorbereitet [23] .

Der KJVD arbeitete teilweise mit sozialdemokratischen, christlichen und jüdischen Jugendgruppen zusammen [24] . Die oftmals erst 14- bis 18jährigen Jugendlichen zeigten neben jugendlichem Einsatz- und Opfermut zugleich auch eine bemerkenswerte Bereitschaft, sich diszipliniert den Vorgaben der Partei ein- bzw. unterzuordnen. Auch sie wurden rücksichtslos von der Gestapo verfolgt [25] . Stellvertretend sei an die Widerstandsgruppe um Herbert Baum erinnert, die von 1933 bis 1942 Widerstand leistete. Nach dem 22. Juni 1941 setzte die Gruppe den Kampf gegen die NS-Diktatur mit Sabotageaktionen, Flugblätter, Flugschriften und Fluchthilfe für Juden in den Zwangsarbeiterabteilungen von Siemens verstärkt fort. Höhepunkt war der Brandschlag auf die antisowjetische Ausstellung „Das Sowjetparadies“ in Berlin am 18. Mai 1942 [26] .

Ab 1935 ließ sich die verlustreiche Strategie der KPD nicht mehr aufrechterhalten. Der Aktionismus seit 1933 hatte sich weitgehend in Demonstrationen, die Funktionäre und Aktivisten Freiheit und Leben kosteten, erschöpft. Während die illegale Organisation zerrieben und zerschlagen wurde, zweifelten auch immer mehr Kommunisten am Sinn der verlustreichen Propagandaoffensive. Zudem bedeutete eine geglückte Flucht ins Ausland oft nicht die endgültige Rettung. Die Funktionäre sollten sich nach dem Willen der Parteiführung im Exil nur erholen und für die Rückkehr in die Illegalität in Deutschland stärken. Lediglich stark gefährdete „Unersetzliche“ durften auf dem „Kampfposten Emigration“ verbleiben [27] .

Nach realistischen Schätzungen wurden bereits 1933/34 60 000 Kommunisten in­haftiert, 2 000 ermordet; 1935 nahmen die NS-Behörden 15 000 kommunistische Widerstandskämpfer fest. Von Anfang 1933 bis Ende 1935 wurden fast 3.000 Prozesse gegen mindestens 18 243 Kommunisten wegen des „Wiederaufbaus der illegalen KPD“ geführt [28] . Großes internationales Aufsehen erregte 1937 das Todesurteil des Volksgerichtshofes gegen die achtundzwanzigjährige Lieselotte Herrmann, Mutter eines vierjährigen Kindes [29] .

Wilhelm Pieck berichtete auf der „Brüsseler Konferenz“ der KPD im Oktober 1935 über das Ausmaß der Verluste. Danach waren von den 422 leitenden Parteifunktionären (das waren die Mitglieder und politischen Mitarbeiter des ZK, die führenden Funktionäre der Parteibezirke und der kommunistischen Nebenorganisationen) 24 ermordet und 219 inhaftiert worden. Weitere 125 befanden sich im Exil, 41 waren aus der Partei ausgeschieden [30] . Die KPD-Führung vermochte sich aber trotz dieser radikalen Veränderungen programmatisch weder zu einer zutreffenden Lageanalyse noch zu einem strategischen Neuansatz aus eigener Kraft durchzuringen. Sie hielt an der „Sozialfaschismus“-These und – bei allen Forderungen nach einer Einheitsfront „von unten“ – daran fest, den Kampf gegen den Nationalsozialismus nicht zusammen mit der SPD, sondern gegen diese zu führen. Trotz ihrer verheerenden Niederlage sprach sie davon, dass ein revolutionärer Arbeiteraufstand gegen das NS-Regime unmittelbar bevorstehe und orientierte bis 1935 völlig irreal auf Formen des Massenwiderstands, wie Massendemonstrationen, und sprach in der Entschließung „Zur Lage und den nächsten Aufgaben“ vom Mai 1933 von der „absolut richtigen politischen Linie des ZK der KPD vor und während des Staatstreiches Hitlers“.

In Abhängigkeit von der sowjetischen Politik setzte in der Führung der Kommunistischen Internationale das Umdenken hin zu einer antifaschistischen Bündnispolitik früher ein als in der KPD. Im Juli 1934 kritisierte das EKKI-Präsidium die KPD und forderte sie auf, ein neues Verhältnis zur Sozialdemokratie herzustellen. In diesen Auseinandersetzungen fand sich eine Mehrheit der Politbüro-Mitglieder (Franz Dahlem, Wilhelm Florin, Fritz Schulte und Hermann Schubert), die sich selbst als Verfechter der Thälmann-Linie bezeichneten. Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht wurden hingegen als „Versöhnler“ angesehen. Beide befürworteten die neue Orientierung der Kominternführung, waren jedoch in der Minderheit und vermochten zunächst nicht, sich durchzusetzen. Dies gelang auch deshalb nicht, weil ein kameradschaftliches Verhältnis im Umgang miteinander fehlte und sogar über Unstimmigkeiten in Sachfragen hinausging und zu persönlichen Anschuldigungen führte. Bei der Diskussion einer möglichen Nachfolge Thälmanns trat man sich sogar mit Fäusten gegenüber. Aus den nach Öffnung der Archive nun zugänglichen internen Quellen der KPD geht auch hervor, dass die Vorrangstellung der Partei gegenüber Nebenorganisationen durchgesetzt werden sollte. Vor allem Ulbricht setzte alles daran, den Abwehrapprat Hans Kippenbergers auszuschalten. Diese Machtkämpfe blieben nicht ohne Auswirkungen auf die Anleitung des kommunistischen Widerstandes im Lande. Denn bei aller Orientierung auf die Einheitsfront hielt man an alten Vorstellungen von der Sozialdemokratie als dem Hauptfeind in der Arbeiterklasse fest. Aufrufe zur Zusammenarbeit mit Sozialdemokraten und anderen Hitlergegnern wechselten mit „Sozialfaschismus-“ Vorwürfen. Die Einheitsfront wurde weiterhin weniger mit Blickrichtung auf die SPD denn als eine „Werbekampagne“ für die KPD aufgefasst.

Die folgenden Monate waren geprägt durch anhaltende politische Differenzen über die Einheitsfront, vor allem in der Stellung zu den Linken in der Sozialdemokratie, in der Gewerkschaftsfrage und der Diskussion um die Auswahl der Delegierten. Zudem begann nun die Demontage des von Kippenberger geleiteten Abwehrapparats, in deren Gefolge viele in die Sowjetunion geflüchteten Kommunisten Opfer der stalinistischen „Säuberungen“ wurden [31] .

Erst der VII. Kongress der Komintern vom 25. Juli bis 20. August 1935 und die Diskussionen in seinem Vorfeld führten nun auch zu einer realistischeren Einschätzung der tatsächlichen Lage durch die KPD. Die Komintern ging von der vorherrschenden „Sozialfaschismus“-These ab und zum Bündnisangebot an die Sozialdemokratie über. Das Ziel der Komintern war, die Arbeiterschaft neu zu formieren und mit der Taktik des „Trojanischen Pferdes“ verloren gegangenen Einfluss zurück zu gewinnen, um in den vom „Faschismus“ bedrohten oder bereits beherrschten Ländern diese Gefahr mit sozialdemokratischen und bürgerlich-demokratischen Bündnispartnern zu bannen. Damit konnte den Erfordernissen der sowjetischen Außenpolitik Rechnung getragen und die dringlichen Sicherheitsbedürfnisse der UdSSR mit dem nicht weniger dringlichen Bedürfnis nach einer antifaschistischen Einheitsfront verbunden werden.

Die Vorstellung vom „Trojanischen Pferd“ beinhaltete für die Kommunisten „in den Massen“ wirksam zu werden. Die Arbeit in den nationalsozialistischen Massenorganisationen bot einen Ansatzpunkt, um den Widerspruch zwischen den Versprechungen und deren Realisierung aufzudecken und so bessere Voraussetzungen für den Kampf gegen die NS-Diktatur zu schaffen. Die eingeleitete Kurskorrektur blieb widersprüchlich, nicht zuletzt deshalb, weil sich die Komintern auch weiterhin bedingungslos der sowjetischen Politik unterordnete. Die Neuorientierung erfolgte, ohne bestehende strategische Vorstellungen von der Weltrevolution zu verändern.

Nach dem VII. Weltkongress forderte die Kominternführung die KPD auf, ihre bisherige Politik gründlich und nüchtern zu analysieren und deren Schwachstellen zu benennen. Über das notwendige Ausmaß der Korrektur des politischen Kurses der KPD gab es sowohl innerhalb der Parteiführung, als auch unter den Delegierten aus dem Lande nach wie vor unterschiedliche Auffassungen. Zu den rund 50 Delegierten der Parteikonferenz (aus Tarnungsgründen „Brüsseler Konferenz“ genannt) gehörten Mitglieder des Politbüros und des Zentralkomitees, Vertreter illegaler Organisationen aus dem Land sowie Mitarbeiter des Politbüros. Die Parteikonferenz erklärte das Festhalten der KPD an der Kennzeichnung der Sozialdemokratie als „sozialfaschistisch“ nach der Errichtung der NS-Diktatur als falsch und die Politik gegenüber den linken Sozialdemokraten, die als die gefährlichsten Gegner der Einheitsfront charakterisiert und politisch bekämpft worden waren, als schweren sektiererischen Fehler. Kritisch werteten die Delegierten die Gegenüberstellung der Einheitsfront „von unten“ und der Einheitsfront „von oben“ als schematisch und unrealistisch.

Trotz unterschiedlicher Einschätzungen der SPD-Politik beauftragte die Konferenz die KPD-Führung zu Gesprächen mit dem Parteivorstand der SPD. Die Parteikonferenz erklärte die Taktik des „Trojanischen Pferdes“ auch für die deutschen Kommunisten als unumgänglich. Am 15. Oktober wählte sie in der Geschlossenen Sitzung ein neues, aus 15 Mitgliedern und 3 Kandidaten bestehendes Zentralkomitee. Mitglieder waren Anton Ackermann, Paul Bertz, Franz Dahlem, Leo Flieg, Wilhelm Florin, Walter Hähnel, Fritz Heckert, Paul Merker, Willi Münzenberg, Wilhelm Pieck, Elli Schmidt, Ernst Thälmann, Walter Ulbricht, Herbert Wehner und Heinrich Wiatrek, Kandidaten waren Wilhelm Knöchel, Wilhelm Kowalski und Karl Mewis. Als Vorsitzender der Partei für die Zeit der Haft Thälmanns wurde Pieck gewählt [32] . In der folgenden konstituierenden Sitzung des Zentralkomitees wurden Dahlem, Florin, Heckert, Merker, Pieck, Thälmann und Ulbricht zu Mitgliedern, Ackermann und Wehner zu Kandidaten des Politbüros gewählt. Festgelegt wurde, dass Ackermann, Dahlem, Merker, Wehner und Ulbricht (als Leiter) eine operative Leitung im Ausland bilden – ihr Sitz war zunächst Prag und ab Herbst 1936 Paris. Florin, Heckert und Pieck blieben in Moskau.

Die illegal in Deutschland arbeitenden Kommunisten erfuhren nur zu einem relativ kleinen Teil von den Veränderungen an der Parteispitze. Lediglich auf regionaler bzw. lokaler Ebene wurde der neue Volksfrontkurs vereinzelt in die Praxis umgesetzt [33] . Die Bildung kleinster dezentraler Zellen wurde weiter forciert, auf riskante, spektakuläre Aktionen zunehmend verzichtet. Die Anleitung der Widerstandsgruppen, mit denen die Exilführung noch in Verbindung stand, lag nach der „Brüsseler Konferenz“ bei den Abschnittsleitungen (A.L.), die aus den 1934 geschaffenen „Grenzstellen“ hervorgingen. Sie bemühten sich, die illegale Parteiarbeit zu steuern. In der Regel bestanden die Abschnittsleitungen bis Kriegsbeginn 1939.

Die mit der Taktik des „Trojanischen Pferdes“ verbundene Unterwanderung der DAF-Betriebsgruppen hingegen wurde von den meisten Widerstandsgruppen bewusst ignoriert. Entscheidend hierfür war nicht nur die zunehmend erschwerte Kommunikation zwischen den illegalen Gruppen im Inland und der KP-Führung, angesichts immer irrealerer Vorstellungen der Emigrationsleitung über den Kampf in der Illegalität verweigerten sich die Widerstandsgruppen in zunehmendem Maße den Instruktionen von außen.

Am 23. November 1935 trafen sich in Prag Friedrich Stampfer und Hans Vogel als Vertreter der SPD mit Dahlem und Ulbricht zu einem Spitzengespräch, das auf Initiative der KPD-Führung zustande gekommen war. Es ging um die Erläuterung der Ergebnisse und Beschlüsse der „Brüsseler Konferenz“ mit der Zielrichtung einer Einheitsfront. Auch wenn im Vorfeld des Treffens von Seiten der KPD Selbstkritik geäußert wurde - Wilhelm Florin sprach in einem Artikel in der Zeitschrift „Kommunistische Internationale“ davon, dass die Einheitsfront deswegen so schwer herzustellen sei, weil die KPD darunter nur „die Vereinigung in den Reihen unserer Partei“ verstanden habe - hatten die SPD-Vertreter von vornherein Zweifel an der Ernsthaftigkeit, mit der sich die KPD-Führung zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit allen Nichtkommunisten bereiterklärte [34] . Stampfer und Vogel lehnten nicht nur das Drängen Ulbrichts und Dahlems nach einer gemeinsamen Erklärung ab, sie appellierten auch Ende Januar 1936 in einem Rundschreiben an die Grenzsekretariate, keine Verbindungen zu Kommunisten zu unterhalten. Trotz dieser Vorbehalte riss der Kontakt nicht ganz ab. Am 1. Juli 1936 trafen sich Stampfer und Pieck in Prag zu einem weiteren Spitzengespräch. Forderungen Piecks nach einer Rückname des Rundschreibens von Ende Januar 1936 und der Bildung von Volksfrontkomitees wies Stampfer zurück. Allein in Einzelfragen wie z. B. der Spitzelabwehr und des Asylrechts signalisierte er eine mögliche Zusammenarbeit.

Parallel zu diesen Gesprächen kamen in Paris seit September 1935 unter dem Vorsitz von Heinrich Mann rund 50 Vertreter unterschiedlicher Organisationen zusammen. Im Hotel Lutetia diskutierten bürgerliche, sozialdemokratische und kommunistische Hitlergegner Pläne zum Sturz Hitlers und für die zukünftigen Gestaltung Deutschlands. Trotz programmatisch-politischer Unterschiede kam es zu gemeinsamen Erklärungen, so zum Beispiel am 24. Mai 1936 zum Aufruf des Lutetia-Kreises „Seid einig, einig gegen Hitler“, in dem gegen den Einmarsch der Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland protestiert wurde. Auch der Einsatz von etwa 5 000 Deutschen, darunter 75% Kommunisten und 15% Sozialdemokraten, als Angehörige der Internationalen Brigaden an der Seite der Spanischen Republik gegen Franco erschien vielen als eine Art Volksfront in Aktion. Und in der Tat kam es Ende 1937/Anfang 1938 zur Bildung von Einheitsfrontkomitees, z. B. als in Albacete Kommunisten und Sozialdemokraten ihre jeweiligen Führungen aufforderten, mit Rücksicht auf den Kampf in Spanien ihre Kräfte zu bündeln. Doch auch in Spanien blieb letztlich die tiefe Kluft zwischen Kommunisten, Sozialdemokraten und Anarchisten erhalten.

Vom 30.Januar bis 1. Februar 1939 tagte die „Berner Konferenz“ der KPD. Diese zweite Parteikonferenz nach 1933, an der 22 kommunistische Funktionäre ausschließlich aus dem Exil teilnahmen fand in der Nähe von Paris statt. Der organisierte kommunistische Widerstand im Reich war zusammengebrochen, trotzdem forderte die Führung die Organisierung des „aktiven Massenwiderstands“. Sie setzte nun verstärkt auf den Kampf zum Sturz des Hitlerregimes und gegen die drohende Kriegsgefahr und bekannte sich im Programm zur Errichtung einer „neuen demokratischen Republik“ mit solchen zentralen Forderungen wie der Enteignung des Monopolkapitals, der Durchführung einer Bodenreform und dem Aufbau eines demokratischen Staates [35] .

Zur Verunsicherung und auch zum Bruch vieler Kommunisten mit der Partei kam es schließlich anlässlich der Unterzeichnung des „Hitler-Stalin-Paktes“ am 23. August 1939, der einen Schock für die gesamte kommunistische Weltbewegung darstellte. Die Schlussfolgerungen in der Erklärung des Sekretariats des ZK der KPD vom 25. August 1939 waren unrealistisch. Nach dem Kriegsbeginn, der Aufteilung Polens und dem Abschluss des deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages kehrte die KPD-Führung in alte Frontstellungen zurück, die sie mit den Beschlüssen der Brüsseler Konferenz als unrealistisch und falsch korrigiert glaubte. So behauptete das ZK in seiner Erklärung vom 3. September 1939 u. a. die KPD sei die einzige mit den Massen verbundene Oppositionskraft in Deutschland, obwohl Pieck noch auf der „Berner Konferenz“ des selben Jahres kritisch eingestanden hatte, dass die KPD den Weg zu den Massen noch nicht gefunden habe. Erneut propagierte man die Einheitsfront von unten, bezichtigte die sozialdemokratischen Führer einer verbrecherischen Haltung und orientierte wieder auf die Schaffung einer zentralen Leitung in Deutschland. Der Krieg Hitlers wurde von Stalin als „Kampf zwischen den imperialistischen Mächten“ deklariert, Deutschland galt als „friedliebende Macht“, Großbritannien und Frankreich hingegen waren „Kriegsprovokateure“. Die KPD-Führung in Moskau vollzog angesichts des „Hitler-Stalin-Paktes“ eine Schwenkung ihrer Strategie. Die deutsche Sektion der Komintern stand vor einer unlösbaren Aufgabe, deren zwei Teile einander praktisch ausschlossen. Einerseits sollten die in Deutschland operierenden Kommunisten den Hitler-Stalin-Pakt respektieren und propagieren, andererseits das NS-Regime bekämpfen. Der Gebrauch der Begriffe „Nationalsozialismus“, „Hitlertum“ und „Faschismus“ wurde untersagt. In den Konzentrationslagern und Zuchthäusern kam es zu heftigen Diskussionen unter den Häftlingen. Moskautreue Kommunisten verteidigten die Politik des Hitler-Stalin-Paktes, da hierdurch der erwünschte Krieg der „Imperialisten untereinander“ ausgelöst würde.

Demgegenüber bezeichneten kritische Kommunisten wie z. B. Heinz Brandt im Zuchthaus Brandenburg diese Hoffnung als unrealistische „Strohhalmtheorie“ und formulierten eigene Thesen, die den Pakt als „Verbrechen“ und „Verrat“ brandmarkten. Sie stellten heraus, „dass der Stalinismus keine Diktatur des Proletariat darstellt, sondern eher im Gegenteil eine Diktatur über das Proletariat.“ Die III. Internationale bezeichnen sie „als reines Anhängsel der stalinistischen Außenpolitik, als Instrument des Stalinistischen Terrorsystems [36] .

Besonders brisant war die Reaktion des Pariser Sekretariats der KPD unter Franz Dahlem [37] . Als am 3. September 1939 Frankreich Deutschland den Krieg erklärte, folgten die Mitglieder der Auslandsleitung einem Aufruf der französischen Regierung, sich als Ausländer registrieren zu lassen und wurden daraufhin interniert. Damit verstießen sie gegen eine Kominternanweisung, Frankreich zu verlassen um der drohenden Internierung zu entgehen. Die Handlungen des Pariser Sekretariats wurden in Moskau als schwerwiegender Fehler beurteilt. Dahlem, Paul Merker, Paul Bertz, Gerhart Eisler und Lex Ende wurde „Schädlingsarbeit“ und „Abweichung von der politischen Linie“ vorgeworfen. In Moskau wurde deshalb beschlossen, das Pariser Sekretariat aufzulösen und die Führung der Partei wieder ausschließlich in Moskau anzusiedeln. In Kopenhagen hingegen, wo Heinrich Wiatrek als Leiter der A. L. Nord wirkte, begrüßte dieser den Freundschaftspakt und wandte sich gegen den englisch-französischen Imperialismus als Angreifer [38] .

Nicht wenige deutsche Kommunisten wurden nach dem Hitler-Stalin-Pakt von Moskau nach Deutschland ausgeliefert. Es bleibt die besondere Tragik dieser Kommunisten im Exil, dass sie ausgerechnet von „eige­nen“ Leuten, von sowjetischen Staatsorganen, verhaftet, gefoltert und oft auch ermordet wurden.

Anfang Dezember 1939 beriet die KPD-Führung in Moskau über Möglichkeiten, unter den Bedingungen des Krieges und des „Hitler-Stalin-Paktes“ die kommunistische Widerstandsarbeit in Deutschland anzuleiten. Die Politbüromitglieder sahen sich der Situation ausgeliefert, dass die Führung der Sowjetunion kein Interesse hatte, den Vertragspartner Deutschland zu verunsichern. In der „Politischen Plattform“ vom 30. Dezember 1939 fand sich dann auch das bis dahin in allen vergleichbaren Resolutionen, Erklärungen und Verlautbaren des ZK der KPD angeführte Ziel „Sturz des Hitlerfaschismus“ nicht mehr. Eher schien man eine Strategie zu verfolgen, das NS-Regime durch Druck und durch die Logik des Pakts mit der Sowjetunion zu zwingen, legalen oder halblegalen Aktivitäten Raum zu geben. „Wer Steuererleichterungen und Mitbestimmungsrechte für Bauern und Handwerker fordert, wer die Legalität seiner Partei anstrebt, will erst einmal keine Regierung stürzen“ [39] . Die Abschnittsleitungen wurden aufgelöst und in Stockholm eine Auslandsleitung mit Karl Mewis, Herbert Wehner und Heinrich Wiatrek installiert, die später dann nach Deutschland überführt werden sollte. Tatsächlich fuhr Wehner Ende Januar 1941 nach Schweden, um von hier aus die Arbeit der A. L. Mitte zu reorganisieren und später gemeinsam mit Mewis und Richard Stahlmann die Arbeit illegaler kommunistischer Gruppen in Deutschland zu koordinieren [40] . Bereits im Frühjahr 1940 reisten die Instrukteure Arthur Emmerlich und Rudolf Hallmeyer nach Deutschland. Sie sollten alte Verbindungen aktivieren und isoliert voneinander operierende Gruppen zu einer festen Organisation zusammenfassen. Hallmeyer, der Ende Juni 1940 in Stettin ankam und ohne Zwischenfälle Berlin erreichte, wurde nach knapp achtwöchiger Arbeit Ende August 1940 verhaftet und im September 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Emmerlich, der im Januar 1939 an der „Berner Konferenz“ teilgenommen hatte und gemeinsam mit dem Weddinger Volksschullehrer Kurt Steffelbauer agierte, wurde auf dem Weg nach Hamburg am 24. Mai 1941 festgenommen. Am 10. Januar 1942 wurde er gemeinsam mit Steffelbauer, Johann Gloger und Alfred Grünberg zum Tode verurteilt und am 21. Mai 1942 in Berlin-Plötzensee hingerichtet [41] . Weitere von Mewis und Wiatrek nach Deutschland entsandte Instrukteure wie Johannes Müller und Heinrich Schmeer wurden ebenfalls festgenommen [42] . Durch systematische Überwachung und V-Leute-Einsatz gelang es der Gestapo, tief in das Netz der A. L. Nord einzudringen und über 50 Funktionäre festzunehmen [43] .

Nach diesen misslungenen Reorganisationsversuchen zwischen 1939 und 1941 kam es nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 zur Bildung neuer kommunistischer Widerstandsgruppen. Unter Wilhelm Knöchel wurde zwischen 1941 und 1943 erneut der Aufbau einer Inlandsleitung in Angriff genommen. Knöchel, der auch an der „Berner Konferenz“ teilnahm und dort in das ZK kooptiert wurde, agierte infolge des Hitler-Stalin-Paktes und der Auflösung aller Abschnittsleitungen als Beauftragter der KPD für die Niederlande, Belgien und die Schweiz. Im Januar 1942 reiste er illegal über das Ruhrgebiet nach Berlin und bemühte sich, eine operative Leitung der KPD aufzubauen. Knöchel hatte, wenn auch eingeschränkt, Verbindungen zum ZK in Moskau, stand aber dessen Direktiven immer kritischer und zuletzt ablehnend gegenüber. An seine Lebensgefährtin Cilly Hansmann, die für ihn Kurierdienste leistete, schrieb er: „Sitzen die in Moskau auf dem Mond?“ [44] Am 30. Januar 1943 wurde Knöchel in Berlin festgenommen. Der Gestapo war damit ein entscheidender Schlag gegen den kommunistischen Widerstand gelungen. Der Gruppe um Knöchel war es nach einem Beschluss der KPD-Führung vom Ende 1939 als einziger gelungen, aus der Emigration zurückzukehren und in Deutschland ein Widerstandszentrum, gewissermaßen eine „Reichsleitung“ unter Anleitung des ZKs in Moskau, zu organisieren [45] . Wilhelm Knöchel wurde am 12. Juni 1944 zum Tode verurteilt und am 24. Juli 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet [46] . Auch die übrigen Mitglieder der Gruppe – Seng, Kaps, Alfred Kowalke und Wilhelm Beuttel – wurden hingerichtet. Der Fall Knöchel zeigt, dass die einzigen Funktionäre, die den Widerstandsgruppen im Krieg „Weisungen“ des ZK hätten überbringen sollen, dies gar nicht konnten. Die Aussagen von Knöchel, Seng, Wiatrek und anderen vor der Gestapo wurden in der SED-Geschichtsschreibung entweder verschwiegen oder als „Verrat“ betrachtet. Dem tatsächlichen Risiko und den Umständen des Widerstandes in der Kriegszeit in Deutschland kann diese pauschale Beurteilung jedoch nicht gerecht werden.

Der kommunistische Widerstand in Deutschland konnte während des Krieges nicht vom Ausland aus geleitet werden. Allerdings entstanden nur einige selbständige kommunistische Gruppen in Deutschland, die eine z. T. beachtliche Aktivität entfalteten. In diesem Zusammenhang zu nennen sind vor allem die Leipziger Gruppen um den ehemaligen KPD-Reichstagsabgeordneten Georg Schumann, Otto Engert und Kurt Kresse, die Gruppe um William Zipperer, Arthur Hoffmann und Karl Jungbluth sowie die Gruppe um Rudolf Hardtmann, Karl Plesse, Kurt Roßberg und Alfred Schellenberger. Obwohl sie unterschiedliche programmatische Positionen verfolgten – die einen strebten eine sozialistische deutsche Republik an, die anderen die parlamentarische Demokratie unter Einbeziehung aller Antifaschisten – und es nicht an persönlichen Konflikten mangelte, konnten in 15 Leipziger Betrieben kleine Zellen aufgebaut werden. Der Schwerpunkt ihrer Widerstandsaktivitäten lag in den Betrieben und vor allem in der Unterstützung von Zwangsarbeitern. In Leipzig kam es zu einer größeren organisatorischen Zusammenarbeit zwischen deutschen Kommunisten und sowjetischen Zwangsarbeitern im Internationalen Antifaschistischen Komitee. Mit Hilfe von V-Leuten, die von der Gestapo zur Zusammenarbeit genötigt wurden und keine weltanschaulichen Überläufer waren, rollte die Gestapo die Leipziger Organisation auf. Trotz der Verhaftung der Führung und von 100 Funktionären und brutalster Verhörmethoden konnte die Gruppe nie ganz ausgehoben werden. Viele Verbindungen blieben unentdeckt [47] .

Weitere aktive und große Gruppen waren die Berliner Gruppe um Anton Saefkow, Franz Jacob und Bernhard Bästlein, die, ebenfalls in Berlin agierende Gruppe um Robert Uhrig [48] , sowie eine Gruppe, die sich in Thüringen um Theodor Neubauer und Magnus Poser bildete [49] . Der Dreher und KPD-Funktionär Robert Uhrig wurde bereits im Juni 1934 festgenommen. Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus Luckau leitete Uhrig ab 1938 verschiedene illegale Gruppen in über 20 Rüstungsbetrieben in Berlin. Er stand in Kontakt mit dem in Prag residierenden Auslandssekretariat des ZK der KPD. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs konnte er das Netz der Widerstandsorganisation erweitern, hatte Verbindung zu Kommunisten in mehreren deutschen Großstädten. 1940/41 arbeitete er mit einer von Josef (Beppo) Römer geleiteten Gruppe zusammen [50] . Das von Uhrig herausgegebene Untergrundmaterial „Informationsdienst“ berichtete über örtliche Missstände und Verflechtungen betrieblicher Produktionsabläufe mit der Rüstungs- und Kriegswirtschaft des NS-Staates und rief zur Sabotage auf. Rudolf Hallmeyer war während seines Aufenthaltes in Berlin zu dem Fazit gekommen, dass Uhrigs Organisation als neue kommunistische Parteileitung für Berlin anerkannt und entsprechend unterstützt werden sollte. Im Februar 1942 wurde die Gruppe zerschlagen. Robert Uhrig wurde am 7. Juni 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 21. August 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

Die Saefkow-Jacob-Bästlein-Gruppe war während der letzten Kriegsjahre die größte kommunistische Widerstandsgruppe im Kampf gegen die NS-Diktatur. Die Forschung geht von mehr als 500 Mitgliedern, darunter über 100 Frauen, aus [51] . Das Aktionszentrum lag in Berlin und seinem Umland, wo man Stützpunkte in über 50 Rüstungsbetrieben, unter ausländischen Zwangsarbeitern, in der Wehrmacht und in diversen Institutionen besaß. Verbindungen gab es zu den schon bestehenden Widerstandsgruppen um Herbert Baum und Robert Uhrig bis zu deren Zerschlagung durch die Gestapo 1942 sowie zu illegalen KPD-Gruppen um Martin Schwantes in Magdeburg, um Neubauer und Poser in Thüringen, um Schumann in Leipzig und um Robert Abshagen in Hamburg.

Anton Saefkow, 1939 aus mehrjähriger Gefängnis- und KZ-Haft entlassen, schuf zusammen mit dem aus Hamburg nach Berlin geflüchteten Franz Jacob und mit dem im Januar 1944 während eines Bombenangriffs aus dem Berliner Zuchthaus Plötzensee geflohenen Bernhard Bästlein ein neues konspiratives Netz und baute in Berlin die neben der Schumann-Gruppe größte und bedeutendste illegale Widerstandsorganisation der KPD auf. Auch wenn sich nach Gründung des NKFD der „Dreierkopf“ als „Berliner Ausschuss“ dieser Bewegung verstand, unterschied er sich aber in manchem von den Intentionen der Moskau Leitung und brachte neben eigenen Erfahrungen mehr Verständnis für Überlegungen potentieller Bündnispartner aus anderen politischen Lagern auf.

Über Verbindungsleute erreichte man auch sozialdemokratische Kreise, die der Bewegung um den 20. Juli 1944 nahe standen. Gemeinsam mit Franz Jacob traf Saefkow am 22. Juni 1944 in Berlin mit Julius Leber und Adolf Reichwein zusammen. Die Kontaktaufnahme am 22. Juni 1944 hatte katastrophale Folgen. Ein auf KPD-Seite von der Gestapo eingeschleuster Spitzel lieferte beide Gruppierungen ans Messer [52] . Saefkow und Jacob wurden am 4. Juli 1944 verhaftet, Bästlein war schon am 30. Mai 1944 der Gestapo in die Hände gefallen. In 60 Prozessen gegen fast 200 Beschuldigte erging in 71 Fällen ein Todesurteil. Jacob, Bästlein und Saefkow wurden am 5. September 1944 zum Tode verurteilt und am 18. September 1944 in Brandenburg hingerichtet. Insgesamt bezahlten über 90 Männer und Frauen aus Berlin und Brandenburg ihr mutiges Eintreten mit dem Leben.

Alle diese Gruppen verbreiteten nicht nur Flugblätter und Informationsmaterialien, sondern bauten auch Betriebsgruppen auf und agierten unter den Soldaten in Deutschland und an der Front. Sie beschafften Waffen, Nachrichten und Ausweispapiere und sabotierten die Rüstungsindustrie. Auch wenn diese Sabotage wegen der relativen Isolation der Widerstandskämpfer und der Überwachung in den Betrieben von begrenzter Wirksamkeit war, störte man mit bescheidenen Mitteln die Rüstungsproduktion [53] .

Erst mit dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 definierte sich die Rolle der emigrierten deutschen Kommunisten in der Sowjetunion neu. Versuche sowjetischer Politoffiziere und deutscher Exilkommunisten, Einfluss auf Kriegsgefangene deutsche Soldaten auszuüben, blieben in Anbetracht der militärischen Erfolge der Wehrmacht weitgehend beschränkt. Erst mit der Kapitulation der 6. Armee Ende Januar 1943 im Südkessel Stalingrads und der Einstellung der Kämpfe im Nordkessel des Industrie- und Verkehrszentrums an der Wolga, wo Hunderttausende von Kriegsgefangenen gemacht wurden, bot sich jetzt den deutschen Exilkommunisten ein immer wichtiger werdendes Betätigungsfeld. Unter dem Makel des Verrats standen nun die deutschen Soldaten, die sich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft zur Opposition gegen den NS-Staat entschlossen. In enger Abstimmung mit der KPdSU und bis zur formalen Auflösung der Kommunistischen Internationale (Komintern) mit deren Spitzenfunktionär Dimitri Manuilski bereitete man die Gründung eines Nationalkomitees „Freies Deutschland“ (NKFD) vor [54] . Auf sowjetische Anordnung hin überarbeitete die KPD-Führung ihren Programmentwurf für das NKFD, bis er deren Vorstellungen entsprach. Am 12./13. Juli 1943 wurde im Kriegsgefangenenlager Krasnogorsk das NKFD unter dem Vorsitz des Schriftstellers Erich Weinert gegründet. Weinert, der das Grundsatzreferat hielt, propagierte die Rettung des deutschen Vaterlandes durch den Sturz Hitlers und erinnerte an die deutsch-russische Waffenbrüderschaft in den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Er appellierte zudem an den Patriotismus der Deutschen im Zeichen der schwarz-weiß-roten Fahnen des Kaiserreichs, mit denen auch der Saal geschmückt war [55] . Am 12. September 1943 kam es zur Gründung des Bundes Deutscher Offiziere (BDO) unter dem Vorsitz des Generals der Artillerie Walther von Seydlitz-Kurzbach im Lager Lunowo, zwei Tage später erfolgte die Fusion des BDO und des NKFD [56] . Hier gelang es, höhere Stabsoffiziere und Generäle der Wehrmacht zum Eintritt in das Nationalkomitee zu bewegen, was die Signalwirkung des Nationalkomitees erheblich erhöhte. Die Anleitung des NKFD erfolgte durch das Institut 99, dessen Mitarbeiter zum großen Teil aus dem Apparat der 1943 formal aufgelösten Komintern stammten. Knapp hundert deutsche Exilkommunisten befassten sich unter sowjetischer Leitung mit der „Arbeit unter den Kriegsgefangenen“. Für die Besetzung der Schlüsselpositionen griff die sowjetische Partei- und Staatsführung auf „bewährte“ KPD-Funktionäre zurück. Walter Ulbricht trug die Gesamtverantwortung, während Rudolf Herrnstadt, Karl Maron und Anton Ackermann die Presseorgane des NKFD betreuten. Unter diesen Rahmenbedingungen blieb wenig Raum für Initiativen von deutschen Kommunisten und Kriegsgefangenen. So gingen die Farben des NKFD „Schwarz-Weiß-Rot“ auf eine Anordnung Manuilskis zurück, der auch die NKFD-Mitgliedschaft von sudetendeutschen und österreichischen Kriegsgefangenen durchsetzte und damit zeigte, dass die deutschlandpolitische Perspektive der Sowjetunion 1944 durchaus noch großdeutsche Züge aufwies. In enger Abstimmung mit Georgi Dimitroff entwickelten die deutschen Kommunisten auf der Grundlage des Volksfrontkonzeptes das „Programm des Blocks der kämpferischen Demokratie“, das im Kern für den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaftsordnung mehrere Etappen vorsah und dabei die Interessen der sowjetischen Außenpolitik zu berücksichtigen hatte. Da die Kooperation mit den Westmächten so lange wie möglich fortgesetzt werden sollte, unterblieb eine direkte Umsetzung und offene Propagierung sozialistischer Deutschland-Vorstellungen. Die KPD sollte die politische Vorherrschaft in Deutschland erringen, das Bürgertum durch eine geschickte Bündnispolitik spalten und die deutsche mit der sowjetischen Wirtschaft verflechten [57] . Nach dem Moskauer Vorbild wurden in Deutschland gleichnamige Gruppen gegründet, die sich als überparteiliche Zusammenschlüsse gegen die nationalsozialistische Diktatur verstanden und diese aktiv bekämpften.

Nicht unerwähnt soll das illegale Wirken deutscher Kommunisten in den Konzentrationslagern und Zuchthäusern bleiben, zumal es auch hier durch die SED-Geschichtsschreibung bis zum Ende der DDR eine einseitige und unkritische Heldenverehrung gab [58] . In diesem Zusammenhang sei auf die Veröffentlichung des Buches von Lutz Niethammer über „die roten Kapos von Buchenwald“ und die sich anschließende, teils leidenschaftliche Debatte zu Fragen wie Häftlingsselbstverwaltung, kommunistische Häftlingsfunktionäre, illegale Parteiorganisation, bewaffneter Aufstand verwiesen [59] .

Im Widerstand gegen den Nationalsozialismus hatten die Kommunisten die größten Blutopfer zu bringen. Von allen politi­schen Gruppierungen hat die Hitlerdiktatur die Kommunisten am frühesten verfolgt. Die brutale Unterdrückung der deutschen Kommunisten, ihre Verfolgung nach 1933 hat die kommunistische Bewegung auf mehrfache Weise geprägt: Aus der Isolation in der Wei­marer Republik geriet sie in Hitler-Deutschland in die Rolle des erbarmungslos bekämpften Außensei­ters. Nicht zuletzt dadurch wurde die nationale Identität der deutschen Kommunisten (anders als etwa bei den französischen Kommunisten) gestört und stattdessen ihre emotionale Bindung an die Sowjetunion verstärkt. Zum anderen entwickelte sich aus dem Hass auf den Faschismus ein militan­ter Antifaschismus, der eine ideologische Grundlage der KPD bildete. Indes war sogar der Antifa­schismus der Parteidisziplin untergeordnet: Tau­sende Funktionäre und Mitglieder verloren von 1933 bis 1945 ihr Leben; sie wurden hingerich­tet, in Konzentrationslagern umgebracht, angeblich „auf der Flucht erschossen“ oder in den Selbst­mord getrieben.

Ins­gesamt befanden sich von den rund 300 000 KPD-Mitgliedern des Jahres 1932 etwa 150 000 mehr oder weniger lange in Haft. Bis Kriegsende soll die Zahl der Ermordeten und Hingerichteten auf 20 000 gestiegen sein. Den 1933 propagierten Massenwiderstand der Kommunisten hat es nur zu Beginn der NS-Herrschaft gegeben. Das ändert aber nichts daran, dass die Kommunistische Partei die größte Zahl von Toten im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur zu beklagen hatte.

Festzuhalten bleibt auch, dass kommunistischer Widerstand in mehreren Phasen und auf ganz unterschiedliche Weise geleistet wurde. Die erste Phase, bis Mitte der 30er Jahre, war gekennzeichnet durch einen verlustreichen Aktionismus, angeordnet durch eine starre Parteibürokratie. Dem Werben um Bündnispartner ab August 1935 war ebenso wenig Erfolg beschieden wie der Verlagerung des Widerstandes in die Betriebe. Im Kriege wurde der Widerstand von Einzelnen getragen. Sie folgten auf sich gestellt weniger den Parteilinien, sondern suchten die Zusammenarbeit mit Hitlergegnern anderer politischer Überzeugungen. Eine Abwertung des, aus politischen und moralischen Gründen mit bewundernswerter Tapferkeit und Unermüdlichkeit geführten, Widerstandskampfes der kommunistischen Gruppen aufgrund der Politik der in die Sowjetunion emigrierten KPD-Führung und der Terrorherrschaft Stalins wäre verfehlt und würde die realen Bedingungen der Kommunisten unter dem NS-Regime vernachlässigen. Viel näher läge es, die Tragik zu überdenken, die in einem Kampf zwischen zwei Fronten lag. Hermann Weber hat die Tragödie der deutschen Kommunisten im Widerstand, die einerseits gegen das NS-Regime kämpften, zugleich andererseits einer Bewegung angehörten, die selbst die Diktatur ihrer Partei wollte, charakterisiert. Doch soll diese politische Bewertung der KPD das Wirken der deutschen Kommunisten im Kampf gegen den Nationalsozialismus nicht schmälern.



[1] Klaus Kinner, Der deutsche Kommunismus. Selbstverständnis und Realität. Bd.1: Die Weimarer Zeit, Berlin 1999; Hermann Weber/ Bernhard B. Bayerlein (Hrsg.), Der Thälmannskandal. Geheime Korrespondenzen mit Stalin, Berlin 2003; Elke Reuter/Wladislaw Hedeler/Horst Helas/ Klaus Kinner (Hrsg.), Luxemburg oder Stalin. Schaltjahr 1928. Die KPD am Scheideweg, Berlin 2003; Heinrich August Winkler, Der Weg in Katastrophe. Arbeiter- und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1930 bis 1933, Bonn 1990.

[2] Rundschau über Politik, Wirtschaft und Arbeiterbewegung, Basel, Nr. 2, Februar 1933.

[3] Fritz N. Platten, Heinz Neumann – Vom Züricher Regen in die Moskauer Traufe in: Hermann Weber/Ulrich Mählert (Hrsg.), Terror. Stalinistische Parteisäuberung 1936-1953, Paderborn 1998.

[4] Das 1970 im Dietz-Verlag erschienene Nachschlagewerk „Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Biographisches Lexikon” wurde bald nach seinem Erscheinen zurückgezogen, weil bei zu vielen KPD-Funktionären ein Todesdatum in der UdSSR vermerkt war.

[5] Olaf Groehler, Zur Geschichte des deutschen Widerstandes. Leistungen und Defizite, in: Krise-Umbruch-Neubeginn. Eine kritische und selbstkritische Dokumentation der DDR-Geschichtswissenschaft 1989/90, hrsg. v. Rainer Eckert, Wolfgang Küttler, Gustav Seeber, Stuttgart 1992.

[6] Hermann Weber kritisierte über Jahrzehnte die SED-Parteigeschichtsschreibung, insbesondere zur KPD, angefangen von der Streitschrift „Ulbricht fälscht Geschichte. Ein Kommentar mit Dokumenten zum ‚Grundriß der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung’“(1964) bis hin zu „‚Weiße Flecken’ in der Geschichte. Die KPD-Opfer der Stalinschen Säuberungen und ihre Rehabilitierung“ 1989; Hermann Weber, Kommunistischer Widerstand gegen die Hitler-Diktatur, Berlin 1986.

[7] Hermann Weber, Die Generallinie. Rundschreiben des Zentralkomitees der KPD an die Bezirke 1929-1933. Eingeleitetet und bearbeitet von Hermann Weber unter Mitwirkung von Johann Wachtler, Düsseldorf 1981; Gruppe MAGMA, Denn Angriff ist die beste Verteidigung – Die KPD zwischen Revolution und Faschismus, Bonn 2001.

[8] Zu den Biographien siehe Hermann Weber/Andreas Herbst, Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918-1945, Berlin 2004.

[9] Ronald Sassning, Die Verhaftung Ernst Thälmanns und der Fall „Kattner“. Hintergründe, Verlauf, Folgen, 2. Bde., Berlin 1998

[10] Johann Wachtler, Zwischen Revolutionserwartung und Untergang. Die Vorbereitung der KPD auf die Illegalität in den Jahren 1929-1933, Frankfurt a. M. 1983; Klaus-Michael Mallmann, Die V-Leute der Gestapo, in: Gerhard Paul/Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.), Die Gestapo. Mythos und Realität, Darmstadt 1995, S. 268-287.

[11] Bernd Kaufmann u. a., Der Nachrichtendienst der KPD 1919-1937, Berlin 1993.

[12] Erich Glückauf, Begegnungen und Signale. Erinnerungen eines Revolutionärs, Berlin 1976; Margot Pikarski/Elke Warning (Bearb.), Gestapo-Berichte über den antifaschistischen Widerstandskampf der KPD 1933-1945, 3 Bde., Berlin 1989-1990; Allan Merson, Kommunistischer Widerstand in Nazi-Deutschland, Bonn 1999.

[13] Karl Hans Bergmann, Der Schlaf vor dem Erwachen. Stationen der Jahre 1931 –1949, Berlin 2003; Hermann Wichers, Im Kampf gegen Hitler. Deutsche Sozialisten im Schweizer Exil 1933-1940, Zürich 1994.

[14] Hans Beimler, Mörderlager Dachau, Moskau 1933; Wolfgang Langhoff, Die Moorsoldaten, Zürich 1935.

[15] K. H. Bergmann, Schlaf (Anm. 13).

[16] Detlev Peukert, Die KPD im Widerstand. Verfolgung und Untergrundarbeit an Rhein und Ruhr 1933-1945, Wuppertal 1980; Ursula Albel/Christian Schott, Verfolgt, Angeklagt, Verurteilt. Politischer Widerstand und oppositionelles Verhalten in Wuppertal 1933-1945, Bocholt 2001.

[17] Protokoll der „Brüsseler Konferenz“ der KPD 1935. Reden, Diskussionen und Beschlüsse, Moskau vom 3.-15. Oktober 1935. Hrsg. von Erwin Lewin, Elke Reuter und Stefan Weber, unter Mitarbeit von Marlies Coburger, Günther Fuchs, Marianne Jentsch und Rosemarie Lewin. 2 Bde., München 1997.

[18] Hans-Rainer Sandvoß, Widerstand in Kreuzberg, S. 121 ff., Berlin 1997.

[19] Michael Schneider, Unterm Hakenkreuz. Arbeiter und Arbeiterbewegung 1933 bis 1939, Bonn 1999.

[20] Käthe Popall, Ein schwieriges politisches Leben. Erzählte Geschichte, bearbeitet von Peter Alheit und Jörg Wollenberg, Fischerhude 1985.

[21] Vgl.: Hans-Rainer Sandvoß, Widerstand in Berlin 1933-1945 in den einzelnen Berliner Bezirken (Hrsg. von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin 1983 ff.); Hartmut Mehringer, Die KPD in Bayern 1919-1945 in: Bayern in der NS-Zeit, Bd. V, München 1983; Inge Marßolek/René Ott, Bremen im Dritten Reich. Anpassung, Widerstand, Verfolgung, Bremen 1986; Ernst Schmidt, Lichter in der Finsternis. Widerstand und Verfolgung in Essen 1933-1945, Bd. 1, Frankfurt a. M., 1980, Bd. 2, Frankfurt am Main 1988; ders., Lichter in der Finsternis. Essener Opfer der Stalin-Ära, oppositionelle Linke und Fahnenflüchtige 1933-1945, Bd. 3, Essen 1994; Beate Meyer/Joachim Szodrzynski (Hrsg.), Vom Zweifeln und Weitermachen. Fragmente der Hamburger KPD-Geschichte, Hamburg 1988; Ludwig Eiber, Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Hansestadt Hamburg in den Jahren 1929 bis 1939. Werftarbeiter, Hafenarbeiter und Seeleute: Konformität, Opposition, Widerstand, Frankfurt a. M. 2002; Renate Knigge-Tesche/Axel Ulrich (Hrsg.) Verfolgung und Widerstand in Hessen 1933-1945, Frankfurt am Main 1996; Erich Matthias/Hermann Weber, Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Mannheim, Mannheim 1984; Luitwin Bies, Widerstand an der Grenze. Saarländer und Lothringer gegen den Faschismus 1933-1945, Saarbrücken 2002; Elke Imberger, Widerstand und Dissens aus den Reihen der Arbeiterbewegung und der Zeugen Jehovas in Lübeck und Schleswig-Holstein 1933-1945, Neumünster 1991.

[22] Nikolaus Brauns, Schafft Rote Hilfe! Geschichte und Aktivitäten der proletarischen Hilfsorganisation für politische Gefangene in Deutschland, Bonn 2003.

[23] Sabine Hering/Kurt Schilde (Hrsg.), Die Rote Hilfe. Die Geschichte der internationalen kommunistischen „Wohlfahrtsorganisation“ und ihrer sozialen Praxis in Deutschland (1921-1941), Opladen 2003.

[24] Karl Heinz Jahnke/Alexander Rossaint, Hauptangeklagter im Berliner Katholikenprozess 1937: Kaplan Dr. J. C. Rossaint, Frankfurt/Main 2002.

[25] Karl Heinz Jahnke, Jugend im Widerstand 1933-1945, Frankfurt am Main 1985; Ders./Michael Buddrus, Deutsche Jugend 1933-1945. Eine Dokumentation, Hamburg 1989. Siehe auch den Beitrag von Solvejg Höppner, Leipziger Jugendliche im Widerstand 1933/34 – die „Zelle Zentrum“, in: Hans-Dieter Schmid (Hrsg.) Zwei Städte unter dem Hakenkreuz. Widerstand und Verfolgung in Hannover und Leipzig 1933-1945, Leipzig 1994, S. 119-142.

[26] Michael Kreutzer, Die Suche nach einem Ausweg, der es ermöglicht, in Deutschland als Mensch zu leben. Zur Geschichte der Widerstandsgruppen um Herbert Baum, in: Werner Vathke/Wilfried Löhken, Juden im Widerstand. Drei Gruppen zwischen Überlebenskampf und politischer Aktion 1939-1945, Berlin 1993, S. 95-158.

[27] Beatrix Herlemann, Die Emigration als Kampfposten. Die Anleitung des kommunistischen Widerstandes in Deutschland aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden, Königstein 1982.

[28] Widerstand als „Hochverrat“ 1933-1945. Die Verfahren gegen deutsche Reichsangehörige vor dem Reichsgericht, dem Volksgerichtshof und dem Reichskriegsgericht. Erschließungsband zur Mikrofiche-Edition. Hrsg. vom Institut für Zeitgeschichte, München 1998; Isabel Richter, Hochverratsprozesse als Herrschaftspraxis im Nationalsozialismus. Männer und Frauen vor dem Volksgerichtshof 1934-1945, Münster 2001.

[29] Ditte Clemens, „Schweigen über Lilo“. Die Geschichte der Liselotte Herrmann, Ravensburg 1993.

[30] Protokoll der „Brüsseler Konferenz“ (Anm. 17).

[31] B. Kaufmann u. a., Nachrichtendienst (Anm. 11); Hermann Wichers, Im Kampf gegen Hitler. Deutsche Sozialisten im Schweizer Exil 1933-1940, Zürich 1994.

[32] Ebenfalls wurde eine Kontrollkommission mit Philipp Daub, Adolf Deter, Wilhelm Koenen, Hermann Nuding, Siegfried Rädel und Sepp Schwab gewählt.

[33] Widerstand und Verfolgung in Südbaden, Waldkirch 1996.

[34] Mit dem Gesicht nach Deutschland. Eine Dokumentation über die sozialdemokratische Emigration. Aus dem Nachlaß von Friedrich Stampfer, ergänzt durch andere Überlieferungen. Hrsg. im Auftrag der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien v. Erich Matthias, bearb. v. Wener Link, Düsseldorf 1968.

[35] Klaus Mammach (Hrsg.), Die Berner Konferenz der KPD (30. Jan.-1. Febr. 1939), Berlin 1974.

[36] Heinz Brandt, Ein Traum, der nicht entführbar ist. Mein Weg zwischen Ost und West, erweiterte Ausgabe Frankfurt am Main 1985.

[37] Franz Dahlem, Am Vorabend des zweiten Weltkrieges. Erinnerungen, 2 Bde., Berlin 1977.

[38] Andreas Herbst, Heinrich Wiatrek – Kommunist oder „Überläufer“, in: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung, Berlin 2002, S. 336 ff.

[39] Beatrix Herlemann, Der deutsche kommunistische Widerstand während des Krieges, Berlin 1989.

[40] Michael F. Scholz, Herbert Wehner in Schweden 1941-1946, München 1995.

[41] Hans Rainer Sandvoß, Widerstand in Wedding und Gesundbrunnen, Berlin 2003, S. 191 f.

[42] H.R. Sandvoß, Widerstand in Kreuzberg (Anm. 18), S. 152 f.

[43] Klaus-Michael Mallmann/Gerhard Paul, Das zersplitterte Nein. Saarländer gegen Hitler, Bonn 1989; Ursel Hochmuth/Gertrud Meyer, Streiflichter aus dem Hamburger Widerstand 1933-­1945, Frankfurt a. M.² 1980.

[44] Beatrix Herlemann, Auf verlorenem Posten. Kommunistischer Widerstand im Zweiten Weltkrieg. Die Knöchel-Organisation, Bonn 1986.

[45] B. Herlemann, Emigration (Anm. 27).

[46] B. Herlemann, Auf verlorenem Posten (Anm. 44).

[47] Carsten Voigt, Kommunistischer Widerstand in Leipzig 1943/44, in: IWK 38 (2002), S. 141-181.

[48] Luise Kraushaar, Berliner Kommunisten im Kampf gegen den Faschismus 1936-1942. Robert Uhrig und Genossen, Berlin 1981.

[49] Sonja Müller, Theodor Neubauer. Lebensbilder großer Pädagogen, Berlin 1980.

[50] Oswald Bindrich/Susanne Römer, Beppo Römer. Ein Leben zwischen Revolution und Nation, Berlin 1991; Hans Coppi/Susanne Römer (Hrsg.), „Aufbruch“. Dokumentation einer Zeitschrift zwischen den Fronten, Koblenz 2001.

[51] Ursel Hochmuth, Illegale KPD und Bewegung „Freies Deutschland“ in Berlin-Brandenburg 1942-1945. Biographien und Zeugnisse aus der Widerstandsorganisation um Saefkow, Jacob und Bästlein, Berlin 1998.

[52] Johannes Tuchel, Kontakte zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten im Sommer 1944, in: Dachauer Hefte 11 (1994), S. 78-101.

[53] Heinrich-Wilhelm Wörmann, Widerstand in Schöneberg und Tempelhof, Berlin 2002, S. 141 f.

[54] Gerd R. Ueberschär (Hrsg.), Das Nationalkomitee „Freies Deutschland“ und der Bund Deutscher Offiziere, Frankfurt/Main 1995; Jörg Morré, Hinter den Kulissen des Nationalkomitees. Das Institut 99 in Moskau und die Deutschlandpolitik der UdSSR 1943-1946, München 2001.

[55] Eva Bliembach (Hrsg.), Flugblätter des Nationalkomitees „Freies Deutschland“, Wiesbaden 1989.

[56] Leonid Reschin, General von Seydlitz, in sowjetischer Gefangenschaft und Haft – 1943-1955, Berlin 1995.

[57] Peter Erler/Horst Laude/Manfred Wilke, Nach Hitler kommen wir. Dokumente zur Programmatik der Moskauer KPD-Führung 1944/45 für Nachkriegsdeutschland, Berlin 1994.

[58] Max Frenzel/Arthur Mannbar/Wilhelm Thiele, Gesprengte Fesseln, Berlin 1975.

[59] Lutz Niethammer (Hrsg.), Der „gesäuberte“ Antifaschismus. Die SED und die roten Kapos von Buchenwald, Berlin 1994.

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Deutsche Kommunisten (Ein Handbuch) / Korrekturen nach Drucklegung