Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945
von Hermann Weber, Andreas Herbst

Gebundene Ausgabe - Dietz, Berlin
Erscheinungsdatum: April 2004
ISBN: 3320020447

Vorwort der Druckausgabe
Einleitung
Korrekturen nach Drucklegung
Namensregister

Biografien deutscher Kommunisten

Bisher fehlte der historischen Forschung ein spezielles Biographisches Handbuch über den deutschen Kommunismus, welches ermöglicht, das Führungskorps der KPD detailliert über 25 Jahre personell nachzuweisen. Anknüpfend an sein 1969 publiziertes Standardwerk »Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik« und an den Band »Weiße Flecken in der Geschichte. Die KPD-Opfer der Stalinsche Säuberungen und ihre Rehabilitierung« veröffentlicht der Nestor der deutschen Kommunismusforschung, der Mannheimer Historiker Hermann Weber, in Zusammenarbeit mit dem Berliner Historiker Andreas Herbst über 1200 Biographien deutscher Kommunisten. Geschichte, die mehr eigene Führer, Funktionäre und Mitglieder umgebracht hat, als das ihre Feinde taten. Gerade diese Besonderheit charakterisiert die Geschichte des Kommunismus. Der Erforschung sowohl der kommunistischen Parteielite als auch der Schicksale deutscher Kommunisten in der Sowjetunion stand bis 1989 die Geheimhaltungspraxis kommunistischer Diktaturen, speziell der SED-Diktatur, entgegen. 1970 erschien in der DDR - allerdings von der SED-»Parteilichkeit« geprägt - ein »Biographisches Lexikon der deutschen Arbeiterbewegung«, das Fakten über führende deutsche Kommunisten brachte und in einigen Fällen sehr »zurückhaltend« auf ihr tragisches Schicksal in der Sowjetunion einging. Anhand neuer, bis zum Jahre 1990 gesperrter Archivquellen der SED und des Moskauer Kominternarchivs konnten nun viele Biographien überprüft, erweitert und korrigiert und so überzeugender die Wandlung der KPD in eine Partei sowjetischen Typs mit den entsprechenden Funktionären dargestellt werden. Durch die Ausweitung des
Untersuchungszeitraumes, vor allem auf die Frühphase der KPD 1918 bis 1923 und die Jahre nach 1929, erfährt der Leser viele, teilweise unbekannte Lebensschicksale. Dies gilt besonders für die Mitglieder und Ersatzmitglieder des Zentralausschusses der KPD. Hier handelt es sich um Personen, die entscheidend an der Gründung (1918/19) und Formierung der KPD (bis 1923) in den verschiedensten Regionen Deutschlands beteiligt waren, in der Phase der Stalinisierung der KPD 1924 bis 1929 jedoch aus dem Führungskorps ausschieden. Durch die Einblicke in die Lebenswege von über 1200 Funktionären der KPD werden die Mechanismen der Kaderpolitik auf die Zusammensetzung der Führungsgremien sowie die Auswirkungen des nationalsozialistischen und stalinistischen Terrors sichtbar.

Mit diesem Handbuch wird eine Lücke in der wissenschaftlichen Forschung geschlossen: in der Geschichte der KPD der Weimarer Republik, im kommunistischen Widerstand und Exil sowie in den Stalinschen Säuberungen.

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